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Kaplan
Hubert Gabriel Wolf

geboren am 8. April 1914 in Bühlertal

Priesterweihe 19. März 1939 in Freiburg

Primiz am 26. März 1939 in Bühl


angenommener Todestag 16. Februar 1947
in einem Arbeitslager in Rußland

 



Hubert Gabriel Wolf wurde als erstes von 6 Geschwistern am 8. April 1914 in Unterbühlertal geboren.
Seine Eltern, Hermann und Anna Wolf, geborene Stricker, betrieben dort die Gaststätte "Zur Traube", bevor sie 1928 nach Bühl zogen.
Hubert besuchte von 1925 bis zum Abitur 1933 das Ludwig- Wilhelm-Gymnasium in Rastatt. Daran schloss sich sein Theologie-Studium in Freiburg und Tübingen an. Am 19. März 1939 wurde er in Freiburg durch Erzbischof Dr. Conrad Gröber zum Priester geweiht.
Seine Primiz feierte er in Bühl, St. Peter und Paul, am 26. März 1939.
Die erste und einzige Kaplanstelle war St. Vitus in Heidelberg-Handschuhsheim von April 1939 bis September 1940, dann wurde er als Sanitäter zur Infanterie nach Bad Kreuznach einberufen . Seine Einheit wurde dem Afrika-Korps eingegliedert und er war dort bis zu dessen Kapitulation 1943 im Einsatz.
Im Zuge eines Austauschs mit englischen Kriegsgefangenen kehrte Hubert Wolf Ende 1943 zusammen mit Verwundeten nach Deutschland zurück. Unmittelbar danach, 1944, wurde er entgegen der Genfer Konvention an die Ostfront beordert und geriet noch im gleichen Jahr in russische Kriegsgefangenschaft. ( Arbeitslager 280/15 in Sugress / Sowjetunion).

In diesem Arbeitslager war er im Einsatz beim Aufbau eines großen Stahlwerkes und bei Arbeiten in einem E-Werk. Ab 1946 bestand mit seinen Angehörigen Briefkontakt, der aber im Februar 1947 abbrach.  Erst viel später erfuhr man seine Leidensgeschichte.
Kaplan Wolf wurde Anfang 1947 als Schwerkranker in das Lager-Lazarett eingewiesen. Dabei machte er die Bekanntschaft des Salesianer-Theologen Joseph Wessel, der als Sanitäts-Kommandant in einem anderen Lager tätig war. Dieser Joseph Wessel erfuhr dann später von einem rumänischen Krieggefangenen, dass Kaplan Wolf  im Februar 1947 an einem Lungenabszess erkrankte. (Arbeitsbedingungen).  Nach 5-7 tätiger akuter Krankheit sollte er in das große Gefangenlazarett nach Tschistakowo verlegt werden.

Nur mit seinem Herrn zur Seite, starb er im Alter von 33 Jahren auf dem Transportlastwagen als dieser das Arbeitslager 280/15 in Sugress verließ.

Wessel wurde am 16. März 1947 aus der Gefangenschaft entlassen und informierte das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg mit Schreiben vom 25.9.1947 über das Schicksal des Freiburger Priesters Hubert Wolf.

Zwei jüngere Brüder, Hermann und Walter, waren bereits
1942 und 1943 an der Ostfront gefallen.

Aus der großen Familie Wolf  sind heute noch seine beiden Schwestern Irene und Antonia am Leben, die in Bühl und Kenzingen wohnen.

(Wir danken an dieser Stelle Frau Irene Koch geb. Wolf für die uns zur Verfügung gestellten Schrift- und Bilddokumente)


Das Primizbild vom 26.3. 1939
Verwandte und Bekannte vor dem Hauptportal unserer Pfarrkirche.
Darunter der damalige Pfarrherr Prälat Josef Fischer



Der Primiziant mit seinen beiden Brüdern
Walter +( links) und Hermann+ (rechts)
(aufgenommen am Nebeneingang - Bachseite oder damals Frauenseite, der heute verschlossen ist. (Orgel)



mit der "Primizbraut"  (links) und seiner jüngste Schwester,
die in jenem Jahr ihre erste Hl. Kommunion feierte


am Primiztag auf dem Aussichtsturm in Bühl ( Carl-Netter-Turm)
mit dem unvergessenen späteren Caritasdirektor Hans Schmidt.


die original Handschrift von Kaplan Wolf


Kaplan Wolf war persönlich bekannt mit dem Schriftsteller Reinhold Schneider.
Dieser schrieb ihm im "Sterbebild" folgendes Gedicht

Dich Riss die Zeit durch ihre Schlachtgefilde
Von Land zu Meer in eisiger Winternacht;
Du aber formest überall am Bilde,
das frühe schon der Herr in dir entfacht.
Dein Engel deckte dich mit reinem Schilde,
 Der starke Engel der am Grabe wacht.
du hast den ganzen Streit der Zeit durchlitten,
Doch nur um Gottes Reich hast du gestritten.