Unser Pfarrbüro stellt sich vor........

(von unserem Redaktionsmitglied R.Loeper)


Frau Burkert mit ihrem immerwährenden Begleiter, dem Terminkalender

Donnerstag, 22. Dezember 2005, 10 Uhr. Ich mache mich für die Internetredaktion auf den Weg ins Pfarrbüro. Es wäre zu dieser  Zeit eigentlich angebracht,  doch mal persönlich Grüße vor Weihnachten zu überbringen, war mein Gedanke, wenn sonst gewöhnlich Internetredaktion  und Pfarrbüro nur per Telefon  oder e-mail kommunizieren. Ich werde von der diensthabenden Pfarrsekretärin, Frau Burkert herzlich begrüßt. Ihr Schreibtisch ist zugepflastert mit Papier und Unterlagen. Es kam jetzt in mir ein wenig ein schlechtes Gewissen auf, dass ich nun zusätzlich noch für weiteren "Stress" sorgen würde.  Wir tauschen kurz Grüße aus, da klingelt mittendrin das Telefon. Ich bekomme mit, wie sich jemand explizit nach den Weihnachtsgottesdiensten erkundigt. "Mein Gott", denke ich, kann man da nicht ins Pfarrblatt schauen?
Doch Frau Burkert bleibt cool und echt freundlich, sie erklärt mit stoischer Ruhe, wann die Gottesdienste stattfinden. Nach kurzem Nachdenken fällt jetzt bei mir endlich der Groschen: Ein Pfarrbüro darf natürlich kein seelenloses Verwaltungsbüro sein, nein hier findet gerade "Seelsorge" statt. Frau Burkert möchte noch kurz die Möglichkeit nutzen, von mir  einige Feinheiten unseres Online-Terminkalenders zu erfahren. Wie ich gerade beginne, eine Selektion bestimmter Termine zu erklären,  klingelt es an der Tür.
Eine Dame tritt ein und fragt etwas aufgeregt nach dem Schlüssel für die Sakristei. Ein Pfarrer, der in Vertretung Gottesdienst gehalten hatte, habe seine Tasche in der Sakristei vergessen. Diesmal vertrieb ich aber sofort meine erste Gedanken: Nun, die Frau könnte doch allein in der Kirche nachschauen.....Frau Burkert griff gleich zum Telefon, um den Mesner in der Sakristei anzurufen, dass dieser aufschließen solle. Dann dirigierte sie die Dame freundlich zum Sakristeieingang.  Wir machen weiter mit unserem Terminkalender, kaum wieder angefangen, klingelte es aufs Neue. Ein junger Mann stand vor der Tür um etwas abzuholen. Mit der gleichen Freundlichkeit wird er bedient. Frau Burkert bleibt cool, keine Nervosität kommt auf.  Wir steigen dann zum wiederholten Mal in den Terminkalender ein, da steht auch schon Pfarrer Geißler im Büro, um noch einige dringende Dinge zu besprechen. Dies alles konnte scheinbar der echten Freundlichkeit von Frau Burkert keinerlei Abbruch leisten. Nun....ich habe mich dann auch schnell wieder verdrückt..... Nach dem Verlassen, des Pfarrbüros kam mir der Gedanke: Du warst jetzt höchstens 10 Minuten da drin.....Frau Burkert macht diese Sache aber 6 Stunden durchgehend.....
Die wenigsten Leute in der Gemeinde  wissen im Einzelnen, was so alles in einem Pfarrbüro den Tag über abläuft, denn es geht ihnen ähnlich wie mir, sie sind nur kurze Zeit zu Besuch.


Pfarrer Geißler übergibt eine wichtige Terminsache.

Unser Pfarrbüro wird von zwei Sekretärinnen im time-sharing verwaltet. Frau Burkert und Frau Speicher teilen sich einen vollen Arbeitstag. Sie werden ab und zu auch mal von Schwester Fridiana unterstützt.  Es gilt die Termine von Pfarrer Geißler und Pastoralreferent  Wisser zuverlässig zu verwalten, Verwaltungsarbeiten zu erledigen, das Pfarrblatt herzustellen, Beerdigungen, Taufen, Hochzeiten und Messstipendien einzuplanen und die Akten hierfür aufzubereiten, die dann auch an das erzbischöfliche Ordinariat weiterzuleiten sind.  Auch wird hier die Kasse verwaltet, die Termine der Gruppierungen koordiniert und dazwischen ist man auch mal erster Seelsorger, wenn z. B. Menschen in Nöten kommen.
Es sind dann noch so viele "Dinge" zu koordinieren, die ein normales Gemeindemitglied auch nicht einmal erahnen könnte. Alles muss zuverlässig erledigt sein, kleinste Fehler in einer Terminierung können zu großen Folgen führen. Dies alles ist  zusammen mit dem Publikumsverkehr zu erledigen, vom ewig klingelnden Telefon ganz zu schweigen. Vor den Festtagen müssen dann auch zusätzlich die kleinen Geschenke für unsere Senioren in Bühl vorbereitet werden.
Fazit: Ein seelenloses Verwaltungsbüro mit unfreundlichen, mürrischen Mitarbeitern gibt es in St. Peter und Paul nicht. Jeder ist herzlich willkommen. Hier wird effizient gearbeitet, wobei aber Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft niemals zu kurz kommen. Dies kann aber nur mit einer tiefen christlichen Grundeinstellung  so beherrscht werden, wo neben der Bezahlung eben noch der  "Mensch"  als Drehpunkt alles Tuns angesehen wird.